Über das Buch


Leseprobe

 

  Mit einem guten Freund habe ich mir in Thailand sein momentanes Projekt in der Stadt Chiang Mai angesehen.

   Unser Hotel war total ausgebucht, da in einem Konferenzsaal ein Seminar stattfand. Unter den Teilnehmern war auch ein Deutscher, der mit uns zusammen an einem Tisch das Abendessen einnahm. An einem Abend verabschiedete sich mein Freund schon früh, da er noch einige Telefonate mit seiner Firma in Deutschland führen wollte.

  Ich unterhielt mich mit dem Deutschen angeregt über verschiedene Themen. Nach einigen paar Glas Wein haben wir uns das „Du“ angeboten »ich bin der Heinz«, sagte er.

  Er erzählte viel aus seinem Leben, ich fand, das was er von sich preisgab doch sehr persönlich. Ich hätte mein Leben nicht so vor einem Fremden ausgebreitet. Nach rund zwei Stunden kam mein Freund wieder zu uns an den Tisch und sagte, »ich muss so schnell als möglich nach Deutschland fliegen, werde jedoch in einigen Tagen wieder zurückkommen, bleib du noch hier und genieße das Land.«

  Am folgenden Tag erzählte mir Heinz, dass das Seminar an dem er hier teilnimmt, etwas ganz Besonderes ist. In dem Seminar wird über die Pflege von behinderten und alten Menschen in Thailand gesprochen, mit dem Ziel Pflegepersonal aus Europa zu gewinnen. In den nächsten Tagen erfuhr ich immer mehr Details über den Beruf der Pflegerinnen und Pfleger. Sowie über die Art der verschiedenen Pflegeeinrichtungen.

   Eines Abends fragte Heinz mich, ob er mir im Vertrauen etwas erzählen und mit mir danach darüber diskutieren darf.

   Ich stimmte zu und wir gingen in sein Hotelzimmer, er war sich von Anfang an offenbar sicher, dass ich dem Gespräch zustimmen würde.

  Denn er hatte ein paar Flaschen Wein bereitgestellt und sagte, »mit Alkohol fällt es mir leichter, von meinen Problemen zu erzählen.«

  Zuerst bat mich Heinz, über das folgende Gespräch nicht mit Dritten zu sprechen. Er betonte, dass das, was er mir gleich erzählen wird, nur für meine Ohren gedacht ist, da es um ein ihn belastendes Thema geht. Er hoffte, dass er nach diesem Gespräch sich erheblich besser fühlen wird. Irgendwie war es für ihn auch wie eine Beichte und ich sollte ihm danach mit einem Ratschlag von mir helfen. Warum gerade er mit mir darüber sprechen wollte har er mir nicht gesagt, gefragt habe ich allerdings auch nicht.

  Nach dem ersten Glas Wein fing Heinz an, mir seine Probleme zu erzählen, »angefangen hat mein Problem im sozialen Jahr, das ich in einem Altenheim gemacht habe. In den ersten Wochen meiner Tätigkeit als Pflegehelfer musste ich mit den Senioren spielen. Es waren einfache Spiele, die die Bewohner kannten, wie z. B. „Mensch ärgere dich nicht“, das machte mir auch Spaß. Von Tag zu Tag bekam ich immer mehr zusätzliche Aufgaben, wie z. B. im Speisesaal das Essen austeilen. Den Bewohnern, die in ihrem Zimmer blieben, weil sie nicht mehr laufen konnten, das Essen bringen und vieles mehr.

  Nach etwa drei Monaten musste ich morgens einer Pflegerin helfen, den pflegebedürftigen Senioren die Windeln zu wechseln und sie am ganzen Körper zu waschen. Da begannen meine Probleme, ich konnte mich nicht sattsehen an den Geschlechtsteilen der Seniorinnen und Senioren hätte sie am liebsten selbst gewaschen, das durfte ich allerdings nicht, denn das war noch die Aufgabe der Pflegerin. Ich konnte es, nachdem ein Bewohner fertig versorgt war, kaum erwarten ins nächste Zimmer zu kommen und dort wieder einen anderen nackten Menschen zu sehen. Jedoch schnell merkte ich, dass ich mich zusammenreißen muss und mich nicht so ausschließlich auf die Geschlechtsorgane zu konzentrieren. Abends in meinem Zimmer sah ich, ob ich es wollte oder nicht wie in einem Film, die am Tag gesehenen nackten Menschen an mir vorbeiziehen und dadurch wuchs meine sexuelle Erregung so gewaltig, dass ich mir Erleichterung verschaffen musste. Vor dem Einschlafen in meinem Bett musste ich meine sexuelle Erregung noch einmal wieder befriedigen, sonst hätte ich nicht einschlafen können.

  An einem Tag hatte sich die Pflegerin, mit der ich bisher die pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren versorgt hatte, aufgrund eines gebrochenen Armes krankgemeldet. Somit musste ich ganz allein ihre Aufgabe übernehmen. Da in diesem Heim zu wenig Pflegepersonal vorhanden war, gab es auch keine Alternative. Ich freute mich darüber, hatte aber auch Angst, dass ich meine Sexualität nicht unter Kontrolle behalten kann. Da ja keiner in der Nähe ist, der mich automatisch abbremst.«


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