Der Grenzübertritt

Leseprobe aus Kapitel 02

 

Im Grenzgelände waren zwar Männer mit Besen und Kehrschaufel bewaffnet, sie haben darauf gewartet, bis in unmittelbarer Nähe ihres Standortes, Plastikmüll und sonstiger Unrat hin wehte, diesen haben sie eingesammelt und auf einem offenen Müllhaufen abgelegt. Solch ein offener Müllhaufen ist natürlich empfindlich gegen Wind, denn der verteilt den Müll wieder im Gelände.

 

So nun waren wir im Irak. Da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gab, mussten wir ein Taxi nehmen. Den Preis haben wir jetzt vorher ausgehandelt, denn es hatte keinen Taxameter eingebaut.

 

Das Taxi war ein weit über 20 Jahre alter Mercedes, keine Karosseriefläche war ohne eine Beule oder Kratzer. Der Fahrer hatte die für Irak typische Kleidung mit einem Kopftuch. Sein Körpergeruch war wieder landestypisch. Werner saß vorn neben dem Fahrer, ich hinten, hinter dem Fahrer. Die Sitzbank hatte auf der linken Seite absolut keinen Halt mehr am Karosserieboden, auch konnte ich an mehreren Stellen auf die Straße sehen. Der Taxifahrer hatte das Problem mit einem Brett, unter dem Sitz von der linken zur rechten Einstiegsleiste gelöst. Darauf war die Sitzbank mit rostigen Drähten befestig.

 

Bremsen konnte der Fahrer zwar, aber nur durch mehrfachen kräftigen Druck auf das Bremspedal. Wir konnten deutlich hören, wie die nur noch aus Metall bestehenden Bremsklötze auf den Bremsscheiben herumkratzten.

 

Vor jedem Überholvorgang hupte er, wenn er die Fahrspuren ohne Blinker und ohne in den Rückspiegel zu schauen, wechselte. Somit ist die Hupe ein wichtiges Fahrzeugteil und unverzichtbar.

 


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